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Electronic Banking und SEPA

Monatsarchive: Januar 2019

Banken sind Marktführer; aber welche Chance haben sie im Zahlungsverkehr gegen Apple, Google und PayPal?

Ist der Zahlungsverkehr für die Banken noch eine Geschichte mit Zukunft? Und falls nicht: ist das eigentlich ein Problem?

Im analogen Zeitalter waren die Banken über Jahrzehnte die unangefochtenen Könige des Zahlungsverkehr. Doch mit den Siegeszug des Internets verlieren sie seit vielen Jahren immer mehr Marktanteile an neue Spieler.

Allen voran ist da natürlich die ehemalige eBay-Tochter PayPal, auf die seitens der Banken zwar mit Giropay frühzeitig, aber leider halbherzig und wenig nachhaltig reagiert wurde. Ein ernstzunehmendes Angebot kam in Form von Paydirekt zu spät und abermals nicht konsequent genug.

Mittlerweile ist PayPal eigentlich nicht einmal mehr die größte Sorge der Banken. Die Bedrohung kommt vielmehr von den Internet-Riesen wie Apple und Google, die mit ihren Payment-Diensten ApplePay und GooglePay sowohl online, in-App und am POS die Schnittstelle zum Kunden übernehmen. Händler und Plattformen wie Uber oder Starbucks sind gleichzeitig dabei, Zahlungen ‚in-App‘ für den Kunden unsichtbar zu machen.

Der große Vorteil der Herausforderer ist nun mal, dass sie konsequent international ausgerichtet sind und weltweit akzeptiert sind. Keine Bank wäre allein in der Lage und mit genügend Reichweite ausgestattet, hier dagegenzuhalten.

Es ist allerdings auch sinnvoll zu hinterfragen, warum die Banken überhaupt noch Energie in den Zahlungsverkehr investieren sollten. Es lässt sich auf Ebene der einzelnen Bank dann doch leider recht wenig Geld verdienen, die Margen sind mittlerweile dünn geworden.

Vielleicht wäre es da die bessere Strategie, sich mit dem Gedanken an einen Exit zu beschäftigen. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Das gilt sowohl für den Zahlungsverkehr als auch für das Girokonto an sich. Seit Inkrafttreten der PSD2 brauchen die Banken das Girokonto ohnehin nicht mehr. Sie können dank Multibanking via XS2A auch dann der Mittelpunkt der Finanzen bleiben, wenn das Konto irgendwo anders geführt wird. Denn nicht das Konto an sich ist wertvoll für die Bank, sondern die Daten.

Das setzt allerdings voraus, dass sich die Denkweise in den Vorstandsetagen grundlegend ändert. Denn auch die vorgenannten Felder wird man nur dann nachhaltig sichern können, wenn man hier stärker aus Kundensicht und weniger aus Produktsicht denkt.

Auszug aus: https://www.it-finanzmagazin.de/zahlungsverkehr-bank-apple-google-paypal-83009/

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