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Electronic Banking und SEPA

Monatsarchive: März 2018

Erste Erfahrungen und weitere Herausforderungen bei Instant Payments

Hier ein Auszug aus dem aktuellen VÖB-Newsletter zum Thema Instant Payments:

Seit dem 21. November 2017 können in Europa Echtzeitüberweisungen im SEPA-Instant Payments-Verfahren abgewickelt werden. Bisher werden allerdings täglich nur wenige Tausend der neuen Echtzeit-überweisungen verarbeitet. Grund ist die bisher niedrige Beteiligung der Banken und Kunden in Europa. In Deutschland sind zwar bisher bereits gut 400 Sparkassen, Landesbanken, die DKB und Weberbank sowie die Unicredit (HVB) und die Hanseatic Bank dem SEPA-Instant Payments Verfahren beim European Payments Council (EPC) beigetreten.

Mit Ausnahme der beiden Privatbanken planen diese Institute aber erst zum 10. Juli 2018 die technische Realisierung, das heißt die aktive und passive Erreichbarkeit für die Institute und deren Kunden. (Anmerkung: Die Sparkassen setzen Instant Payment bislang beim P2P-Payment namens „Kwitt“ ein.) Zum November 2018 werden die Volks- und Raiffeisenbanken sowie weitere Privatbanken folgen. Die Deutsche Bundesbank wird ihren Kunden wohl nicht vor Mitte 2019 Echtzeitüberweisungen anbieten. Die „EBA Clearing“ kann, als bisher einziges europaweit agierendes Clearinghaus, aktuell die Verrechnung und das Settlement von Instant Payments innerhalb der vorgegebenen maximal 10 Sekunden umsetzen.

Die ersten Wochen des Live-Betriebs waren offensichtlich erfolgreich. Erste Erfahrungen der aktiven Banken zeigen, im Vergleich zum übrigen SEPA-Zahlungsverkehr, noch eine relativ hohe Rate von abgewiesenen Instant-Payments, da nicht alle der umfangreichen technischen und rechtlichen Vorgaben an die einzelne Zahlung von den bisher aktiven Banken in Europa erfüllt werden. Dies sind für alle Beteiligten wichtige Erkenntnisse auf dem noch langen Weg zur Umsetzung von Produkten und Lösungen für Privat- und Firmenkunden auf Basis von Instant Payments in Deutschland und Europa. Sicher wird mit einer weitgehenden Erreichbarkeit für SEPA-Instant Payments in Europa nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen sein.

Persönliche Anmerkung: Instant Payments gehört die Zukunft. 10 entscheidende Vorteile hat der European Payments Council (EPC) zusammengetragen:

Quelle: https://www.europeanpaymentscouncil.eu/sites/default/files/infographic/2017-11/EPC%20infographic_SCT%20Inst%20benefits_November%202017.pdf

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„Instant Payment ist das Bargeld des Internetzeitalters“

Das werde mittelfristig viele Zahlungsverfahren überflüssig machen, so DSGV-Präsident Helmut Schleweis.

Das Vorhaben ist ambitioniert: „Wir wollen das Bezahlsystem zum Marktstandard machen“, sagte Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) am Donnerstag bei der Handelsblatt-Jahrestagung „Zukunftsstrategien für Sparkassen“. Dieses Ziel hat er für „Kwitt“ vorgegeben, das Bezahlsystem der Sparkassen, mit dem Kunden Geld von Mobiltelefon zu Mobiltelefon in Echtzeit verschicken können.

Offenbar hat die Sparkassen-Gruppe bereits einen Partner gewonnen, um die Akzeptanz von „Kwitt“ zu erhöhen. Auch die genossenschaftliche Bankengruppe hat ein ähnliches Bezahlsystem namens „Geld senden & anfordern“. Jetzt können Sparkassen- und Volksbanken-Kunden über das Smartphone Zahlungen untereinander austauschen beziehungsweise anfordern, erfuhr das Handelsblatt aus Verbandskreisen. Dabei soll es nicht bleiben. Private Institute hätten bereits Interesse an einer Einführung des Sparkassen-Bezahlsystems angemeldet, hieß es.

Dabei können Beträge von bis zu 30 Euro ohne TAN-Eingabe überwiesen werden. „Nach gut einem Jahr am Markt hat Kwitt 680.000 Nutzer“, sagte DSGV-Chef Schleweis.

Seit Dezember kommen die per „Kwitt“ überwiesenen Beträge in Echtzeit an. Für Schleweis deutet sich damit eine Revolution an: „Instant Payment ist das Bargeld des Internetzeitalters.“ Das werde mittelfristig viele Zahlungsverfahren überflüssig machen.

Ob Paydirekt davon auch betroffen sein könnte, sagte Schleweis nicht. Er formulierte es anders: Nicht Paydirekt sei die Konkurrenz von Paypal, sondern das Girokonto. Und hier sieht sich der Marktführer mit den neuen Bezahlsystemen in einer komfortablen Position.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/mobile-banking-sparkassen-und-genossenschaftsbanken-wollen-ihre-apps-vernetzen/20993142.html