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Electronic Banking und SEPA

Monatsarchive: November 2016

Wie wir am liebsten zahlen – und was sich zukünftig ändert

International einsetzbare Bezahlverfahren sind einer der wichtigsten Trends im Payment-Markt. Doch sind die Bezahlvorlieben und Bedenken von Kunden schon innereuropäisch so unterschiedlich, dass Händler schnell an die Grenzen des profitabel Machbaren stoßen. Hinzu kommt: Die Abschaffung des Bargelds wird international heiß diskutiert, ist derzeit aber eher theoretischer Natur – allein in Deutschland werden nach wie vor rund 80 Prozent der Transaktionen im Einzelhandel bar bezahlt. Am Umsatz macht Bargeld jedoch nur noch knapp 50 Prozent aus, Tendenz weiter sinkend. Gleichzeitig steht Mobile Payment international in den Startlöchern, steckt hierzulande aber noch in den Kinderschuhen.

Die wesentlichen Einflussfaktoren, vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen

  • Kosten für Kreditkartenzahlungen sind gesunken,
  • paydirekt wird von immer mehr Banken und Händlern angeboten und macht PayPal Konkurrenz,
  • Mobile-Payment findet international zunehmend Anwendung.

ecommerce

Kreditkarten auf dem Vormarsch

Das Zahlungsmittel, das international noch am verbreitetesten ist, ist die Kreditkarte – wobei es auch hier Unterschiede gibt: Während Visa und Mastercard den europäischen Markt dominieren, wird in den USA vielfach auch American Express genutzt. Ganz anders sieht es wiederum in Asien aus. Was sich bereits heute beobachten lässt: Das Bezahlen auf Kredit wird insbesondere für international tätige Handelsunternehmen immer attraktiver, weil Kreditkarten nicht mehr nur an Tankstellen und im Internet, sondern auch an immer mehr Einzelhandelskassen Akzeptanz finden. Damit eröffnet sich auch Kreditkartenherausgebern die Chance – trotz EU-Gebührenschnitt –, dank höherer Kartenverbreitung und -nutzung langfristig mehr zu verdienen. Hier hat Europa mit der SEPA-Lastschrift einen wichtigen Schritt hin zur kontinentalen Vereinheitlichung unternommen; auch außerhalb Deutschlands nehmen Kunden SEPA immer besser an.

Innovatoren haben es schwer

Da die Art des Bezahlens aber auch stark durch nationale Vorlieben getrieben wird, wirkt die neue Zahlungsmittelfreiheit hierzulande noch nicht so belebend auf den Payment-Markt, wie sie könnte: Es gibt einige bargeldlose Zahlverfahren, die den Markt dominieren, wie etwa Kreditkarten und PayPal. Neben den Big Playern und den jeweiligen nationalen Zahlarten ist es für Anbieter neuer Zahlungsmittel sehr schwierig, Fuß zu fassen. Denn dafür ist zweierlei erforderlich: Zum einen müssen die Händler ein neues Bezahlverfahren anbieten, zum anderen müssen es die Konsumenten nutzen. Für den erfolgreichen Launch eines neuen Zahlungsmittels bedarf es also einer kritischen Masse auf beiden Seiten. Generell gilt aber: Je einfacher und sicherer das Zahlverfahren, desto größer ist seine Marktmacht – was man eben am Erfolg von Kreditkarten und PayPal sieht, die beide im Gegensatz zu anderen Zahlarten komfortabel zu bedienen und sehr sicher sind – datenschutzrechtliche Bedenken einmal außen vor gelassen.

kreditkarte

Neue Chancen durch paydirekt

Die Grundfrage für den Handel lautet daher: Welches Zahlungsmittel funktioniert am einfachsten? Die NFC-Technologie, also das kontaktlose Bezahlen am Point-of-Sale per eigenem Smartphone, wird bislang kaum genutzt. Immer mehr Dienstleister setzen beim Thema Kundenbindung daher auf eigene Smartphone-Apps, die mehr Service und Zusatznutzen für den Verbraucher bieten. Nachteil: das Zahlen per App erfordert die Eingabe sensibler Daten und Kontoinformationen, die oftmals weiterverkauft und unkontrolliert von Dritten verwendet werden dürfen.

Im Gegensatz zu PayPal oder den verschiedenen App-Angeboten ermöglicht paydirekt dem Nutzer das Bezahlen über das eigene Online-Banking – der Zahlungsablauf wird dann direkt zwischen dem Händler und der Kundenbank abgewickelt, und die Daten werden in Deutschland verarbeitet – ohne Umwege über ein Zwischenkonto oder zwischengeschaltete Dienstleister. Der Checkout ist einfach gestaltet: Zahlungen werden durch Eingabe der E-Mail-Adresse und des Passwortes ausgelöst. Anders als bei PayPal oder den verschiedenen App-Angeboten sollen Informationen über die Einkäufe dabei nicht weiterverkauft werden. Für deutsche Verbraucher könnte die Rechnung aufgehen, denn Datenschutz und Vertrauen sind wesentliche Eckpfeiler der hiesigen Bezahlkultur.

Auszug aus: http://www.e-commerce-magazin.de/wie-wir-am-liebsten-zahlen-und-was-sich-zukuenftig-aendert

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