www.olpe-hilfe.de

Electronic Banking und SEPA

Monatsarchive: April 2015

electronic cash und ELV auf dem Weg zu SEPA

Kaum haben wir die SEPA-Umstellung bei Überweisungen und Lastschriften verkraftet, steht die nächste Migration an: Kartenzahlungen sind spätestens zum 1.2.2016 auf die SEPA-Formate umzustellen. Doch die Netzbetreiber haben sich und ihren Händlern zum Teil kürzere Fristen gesetzt, um im Weihnachtsgeschäft und zu Jahresbeginn nicht auch noch Stress mit technischen Umstellungen zu haben. Beispielhaft hier die Migrationsplanung der Firma TeleCash:

SCC und ELV Migrationsplanung

Änderungen im Zahlverfahren electronic cash (girocard mit PIN)

Electronic cash unterliegt nicht der SEPA Verordnung, da dieses Zahlungsinstrument als zuverlässige gesicherte Zahlung (Kartenzahlung am „Point of Sale“) gilt. Da in den überwiegenden Fällen die Abwicklung von Zahlungsvorgängen mit autorisierter PIN-Eingabe erfolgt, blieben derartige Transaktionsvorgänge von der bis zum 01.8.2014 vorzunehmenden SEPA Umstellung ausgenommen.

Die europäische Kreditwirtschaft verständigte sich Ende Juli 2005 jedoch auf die wichtigsten Eckpunkte der „Einheitlichen Rahmenbedingungen für das Geschäft mit Zahlungskarten im Euro-Raum“. Mit dem Rahmenwerk für den SEPA-Kartenverkehr (SEPA Cards Framework – SCF) wurden generelle Anforderungen an Zahlungsdienstleister, Kartensysteme und andere Marktteilnehmer definiert.

Die in Deutschland im DTA-Format abgewickelten Kartenzahlungen mit PIN werden bis 31.10.2015 ebenfalls in das XML-Format, in das SEPA Cards Clearing (SCC), überführt.

Es bedarf keiner Softwareanpassung an den Terminals. Der Kunden- und Händlerbeleg wird sich nicht ändern.

Die Zahlungsverkehrsdatei wird im XML-Format erstellt und enthält folgende Felder:

  • IBAN
  • BIC
  • Gläubiger-ID der Händlers
  • Mandatsreferenz und –datum
  • EndToEnd-Referenz

Änderungen im Elektronischen Lastschriftverfahren (ELV)

Das elektronische Lastschriftverfahren, d.h. das Zahlen mit girocard und Unterschrift, unterliegt der SEPA Verordnung und hätte eigentlich schon in der ersten Phase auf SEPA umgestellt werden müssen. Es wurde hier jedoch eine Übergangsfrist bis zum 01.02.2016 eingeräumt. Ab diesem Zeitpunkt müssen ELV-Zahlungen im SEPA Lastschriftformat eingereicht werden.

Die Terminals erhalten eine neue Software. Bei manchen Terminaltypen stellt der Hersteller jedoch keine neue Softwareversion für ELV zur Verfügung. Diese Terminals müssen getauscht werden. Ob Ihr Terminal davon betroffen ist, erfahren Sie rechtzeitig von Ihrer Bank/Sparkasse oder Ihrem Netzbetreiber.

Der Kunden- und Händlerbeleg enthält den Mandatstext und die Vorabankündigung. Es werden folgende neue Felder angedruckt:

  • Gläubiger-ID
  • Mandatsreferenz

Die Mandatsreferenz wird aus den Feldern Terminal-ID, Belegnummer, Datum und Zeit generiert und auf dem Beleg mit diesen Feldern gedruckt.

Quelle: http://www.telecash.de/news/kundeninformationen/sepa/sepa-informationen/

Zusammenfassung: Bei der SEPA-Migration unterscheiden wir zwischen electronic cash (PIN) und ELV (Unterschrift).

Electronic Cash ist keine Lastschrift im rechtlichen Sinne und wird nur der Einheitlichkeit wegen auf das SEPA-Format umgestellt. Hierfür ist zwar Ihre Gläubiger-ID wie bei Lastschriften notwendig, aber sie dient im Grunde nur als Lückenfüller. Ein Lastschriftmandat – verbunden mit einem Rückgaberecht des Zahlers – entsteht hierbei nicht. Die Zahlung wird vom Karteninhaber angewiesen. Seine Bank oder Sparkasse spricht daraufhin eine Zahlungsgarantie aus. Hieran ändert sich nichts. Doch um Probleme bei der Umstellung zu vermeiden, sollten Sie frühzeitig eine Gläubiger-ID bei der Bundesbank beantragen (Link) – sofern Sie nicht schon eine haben – und diese Ihrem Netzbetreiber und Ihrer Bank/Sparkasse mitteilen.

ELV hingegen unterliegt der SEPA-Verordnung, da es sich um eine richtige Lastschrift handelt. Hier spielt nicht nur die Gläubiger-ID sondern auch weitere Elemente der SEPA-Lastschrift eine Rolle. Um die Umsetzung kümmert sich Ihr Netzbetreiber. Sie müssen sich – wie bei electronic cash – die Gläubiger-ID besorgen und diese Ihrem Netzbetreiber und Ihrer Bank/Sparkasse mitteilen. Mit letzterer haben Sie zudem eine SEPA-Lastschriftvereinbarung (auch Inkassovereinbarung genannt) abzuschließen. Hierüber wird Sie ihre Bank oder Sparkasse informieren, wenn sie es nicht bereits getan hat.

In jedem Fall gilt: Verschwenden Sie keine Zeit, denn sonst kann Ihnen SEPA das Weihnachtsgeschäft gehörig verhageln.

Werbeanzeigen