Höchste Zeit für die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf SEPA

Wer nichts macht, läuft Gefahr, dass seine Überweisungen und Lastschriften nicht mehr ausgeführt werden.

sz  ■  Anfang Februar 2014 werden die nationalen Zahlungsverfahren abgeschaltet und durch das EU-einheitliche SEPA-Verfahren abgelöst. Doch die wenigsten Unternehmen und Vereine haben sich bisher darauf eingestellt. Erst 8 Prozent der Überweisungen erfolgen bisher in SEPA, davon entfallen 90 Prozent auf Renten- und Kindergeldzahlungen. „Das zeigt, wie viel in den nächsten sieben Monaten noch zu tun ist“, beschrieb Marc Börstinghaus, Referent beim Sparkassenverband Westfalen Lippe, jetzt den Stand der Vorbereitungen anlässlich einer Informationsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) in der Siegerlandhalle.

Wer die verbleibende Zeit nicht nutze, laufe Gefahr, dass seine Überweisungen und Lastschriften nicht mehr ausgeführt werden. Die Geldinstitute dürfen vom 1. Februar 2014 an grundsätzlich keine Zahlungen mehr im bisherigen Datenformat ausführen, so Börstinghaus. Das neue Verfahren, erklärte der Referent weiter, kann bereits heute genutzt werden. Für Überweisungen müssen die Kontonummern sowie die Bankleitzahlen umgestellt werden. Sie werden dabei in einer neuen Nummer, der IBAN (International Bank Account Number) zusammengefasst.

Die Betriebe sollten prüfen, ob die von ihnen eingesetzte Finanzsoftware in der Lage ist, diese Umstellung vorzunehmen, sagte dazu Börstinghaus. Das ist keineswegs sicher, denn die Software muss künftig Zahlungen im ISO-Format 20022 vornehmen. Verwendet wird künftig ein sogenannter XML-Datensatz anstelle der DTA-Dateien, mit denen bisher Zahlungen auf den Weg gebracht werden konnten. „Auch sollten Sie auf Ihren Geschäftsunterlagen die alten Kontonummern spätestens bei einer Nachbestellung durch die neuen IBAN ergänzen“, betonte der Referent.

Die größten Änderungen gibt es bei Einzugsermächtigungen und Abbuchungsaufträgen. Davon sind vor allen Dingen Vereine und alle Unternehmen betroffen, die Gelder von Konten einziehen. Die bisherigen Einzugsermächtigungen und Abbuchungen werden durch neue einheitliche Lastschriftverfahren abgelöst. Dies wird, das zeigte der Referent, spürbare Anpassungen in den Verfahrensabläufen der Unternehmen mit sich bringen. Neu aufzunehmen sind etwa die „Gläubigeridentifikationsnummer“ sowie eine Mandatsreferenz, die der Gläubiger selbst festlegt. Diese und weitere Informationen begleiten dann den ganzen Zahlungsvorgang. Börstinghaus: „Wer das Einziehungsverfahren nutzt, hat aufgrund der Änderung zunächst einen Mehraufwand. Grundsätzlich können alte Einzugsermächtigungen weiter genutzt werden und in die neuen SEPA-Mandate umgedeutet werden!“

Eine weitere Verpflichtung kommt hinzu: Der Schuldner muss vor Belastung seines Kontos informiert werden. Er soll vorher wissen, wann welcher Betrag vom Konto abgehoben wird. „Viele Kunden machen das bereits heute automatisch, ohne es zu wissen. Hierfür reicht zum Beispiel eine Rechnung aus“, sagte Börstinghaus. Die gesetzliche Frist beträgt 14 Tage vor dem Einzug. Sie kann vertraglich, insbesondere über Allgemeine Geschäftsbedingungen, aber abgekürzt werden, so der Experte weiter. Bis Anfang 2016 kann der Einzelhandel übergangsweise das weit verbreitete Einzugsverfahren im
Kassenbereich weiterhin nutzen. Danach müssen auch hier die Systeme umgestellt sein, berichtete Börstinghaus. Entwarnung gibt es für alle Privatkunden, da diese bis 2016 weiterhin mit Kontonummer und Bankleitzahl Zahlungen beauftragen können.

Quelle: Siegener Zeitung vom 8.7.2013

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